Zum Hauptinhalt springen
MR Cooling 26 GmbH
Schall und Genehmigung in Wien

Wärmepumpe und Klimaanlage in Wien: wie laut darf es sein?

In Wien sind Klimageräte und Wärmepumpen in vielen Fällen bewilligungsfrei, wenn Schallschutz, Kältemittelmenge und Stadtbild passen. Sobald ein Gerät das äußere Erscheinungsbild ändert, etwa an der Straßenfassade oder in einer Schutzzone, braucht es eine Bewilligung nach § 60 Wiener Bauordnung.

Oft frei, Fassade nicht

Was in Wien anders ist

Wien ist dicht. Zwischen zwei Häusern liegen oft nur ein Lichthof oder ein Innenhof, und genau dort landen die meisten Außengeräte. Ein Innenhof mit Fassaden auf allen Seiten wirft Schall mehrfach zurück, deshalb ist Schall in Wien weniger eine Frage des Abstands als eine der Reflexion. Gleichzeitig ist die Stadt beim Erscheinungsbild der Fassaden streng, und seit 2025 auch höchstgerichtlich bestätigt.

Aktuell

Der Ministerrat hat am 5. August 2026 Erleichterungen für Klimageräte im Wohnungseigentums- und Mietrecht angekündigt, also bei der Zustimmung der Miteigentümer und beim Kriterium der Verkehrsüblichkeit, nicht im Baurecht. Ein Gesetzesentwurf war für den Herbst angekündigt und lag zum Stand dieser Seite nicht vor. Bis dahin gilt die bestehende Rechtslage.

Auf einen Blick

Hofseitig meist bewilligungsfrei. Straßenseitig und in Schutzzonen Bewilligung, seit einem VwGH-Urteil 2025 auch streng durchgesetzt.

Verfahren

Welches Verfahren in Wien gilt

01

Bewilligungsfrei, wenn drei Dinge passen

Laut Merkblatt der Baupolizei MA 37: Kältemittelmenge unter 1,5 kg der Klasse A1 oder A2L bei einem Innengerät in einem Raum ab 20 m³, das Stadtbild bleibt unberührt, und der Schallschutz wird eingehalten. Ein Monoblock, bei dem alle kältemittelführenden Teile im Freien liegen, ist beim Kältemittel unproblematisch.

02

Fassade heißt Verfahren

Wer das äußere Aussehen eines Gebäudes ändert, braucht eine Bewilligung nach § 60 Abs 1 lit c BO oder zumindest eine Bauanzeige nach § 62 Abs 1 Z 4. Im Fall von fünf Klimageräten an einem straßenseitigen Erker hielt der Beseitigungsauftrag, weil keines von beiden vorlag. Der Verwaltungsgerichtshof hat die Revision dagegen im Juni 2025 zurückgewiesen (Ra 2025/05/0105).

03

Kein Freibrief im neuen § 62a

Die Liste der bewilligungsfreien Vorhaben in § 62a BO nennt auch in der Fassung ab Juli 2026 weder Klimageräte noch Luftwärmepumpen, nur Solaranlagen und Erdwärmesonden. Eine Analogie hat der VwGH im genannten Fall als nicht begründet verworfen.

Und die Klimaanlage?

Für Klimageräte gilt in Wien dasselbe wie für Wärmepumpen, das Merkblatt der MA 37 behandelt beide gemeinsam. Der Unterschied liegt in der Praxis: Klimageräte werden öfter an Fassaden und Balkonen montiert, und genau dort greift die Bewilligungspflicht.

Klimaanlage in Wien: Einreichung im Detail
Wohnungseigentum und Miete

Gemeinsames Eigentum: ohne die anderen geht es nicht

In Wien ist die Baupolizei selten das Problem, die Hausgemeinschaft fast immer. Ein Außengerät, eine Bohrung durch die Außenwand oder eine Leitung über den Dachboden greift in allgemeine Teile des Hauses ein. Dafür braucht ein Wohnungseigentümer die Zustimmung aller anderen oder einen Gerichtsbeschluss, und die Gerichte sind dabei streng.

Zustimmung aller nach § 16 Abs 2 WEG

Fassade, Dach, Dachboden, Kamine und Lichthöfe sind allgemeine Teile. Wer sie für ein Klimagerät oder eine Wärmepumpe nutzt, braucht die Zustimmung jedes anderen Wohnungseigentümers. Schon die Möglichkeit, dass deren Interessen beeinträchtigt werden, löst die Zustimmungspflicht aus. Ohne Zustimmung bleibt praktisch nur ein mobiles Gerät ohne Bohrung.

Schweigen ist keine Zustimmung

Die Regel, dass Schweigen nach zwei Monaten als Zustimmung gilt (§ 16 Abs 5 WEG), gibt es nur für Ladestationen, Beschattung, Photovoltaik, Barrierefreiheit und einbruchsichere Türen. Klimageräte und Wärmepumpen stehen nicht im Katalog. Auch ein Mehrheitsbeschluss ersetzt für ein eigenes Gerät nicht die Zustimmung aller.

Gericht: verkehrsüblich oder wichtiges Interesse

Verweigert jemand, kann das Bezirksgericht im Außerstreitverfahren die Zustimmung ersetzen. Die Änderung muss verkehrsüblich sein oder einem wichtigen Interesse dienen und darf niemanden unzumutbar beeinträchtigen. Der OGH legt das eng aus: Der Klimawandel allein und reiner Komfort reichen nicht. Gefragt sind konkrete Belege zur eigenen Wohnung, und das Gericht prüft, ob ein Standort mit weniger Eingriff möglich ist.

Auch die Wärmepumpe ist nicht privilegiert

Der Tausch einer Gastherme gegen eine Wärmepumpe mit Außengerät am Flachdach ist keine privilegierte Errichtung einer Heizung (OGH 5 Ob 100/24b). Es gelten dieselben Voraussetzungen wie für ein Klimagerät.

Bauansuchen braucht alle Unterschriften

Ist eine Bewilligung nötig, etwa an der Straßenfassade oder in einer Schutzzone, verlangt § 63 Abs 1 lit c BO die Zustimmung aller Miteigentümer, nachweisbar zum Beispiel durch Unterschrift auf den Plänen. Ein rechtskräftiger Gerichtsbeschluss kann sie ersetzen.

Montage ohne Zustimmung

Wer ohne Zustimmung montiert, handelt nach der Rechtsprechung eigenmächtig. Jeder Miteigentümer kann auf Beseitigung und Unterlassung klagen. Ob das Gerät genehmigungsfähig wäre, spielt in diesem Verfahren keine Rolle (OGH 5 Ob 204/13f).

Gemeinsame Lösung für das ganze Haus

Eine Anlage für das ganze Haus oder ein gemeinsames Konzept kann die Eigentümergemeinschaft mehrheitlich beschließen. Für Einzelgeräte bewährt sich eine Rahmenvereinbarung zu Standorten, Schall und Optik, der alle einzeln schriftlich zustimmen. Dann muss nicht jede Wohnung neu verhandeln.

Miete und Gemeindebau

Mieter brauchen nach § 9 MRG Verkehrsüblichkeit und ein wichtiges Interesse, beides gleichzeitig, und Außengeräte hat der OGH bisher nicht als verkehrsüblich eingestuft. Lehnt der Vermieter eine Anzeige nicht binnen zwei Monaten ab, gilt die Zustimmung als erteilt. In der vermieteten Eigentumswohnung braucht es zusätzlich die Zustimmung nach WEG. Im Gemeindebau erlaubt Wiener Wohnen Split-Geräte seit Mai 2026 mit Genehmigung.

So urteilt der OGH
  • OGH 5 Ob 24/08b

    Ein wichtiges Interesse ist möglich, etwa bei Schichtarbeit und dauernd 29 bis 30 °C im Schlafzimmer. Ein Alternativstandort im Garten ist zu prüfen.

  • OGH 5 Ob 36/22p

    Split-Anlage mit Außengeräten am Dachboden in Wien: Mehr Hitzetage allgemein ersetzen keine Feststellungen zur konkreten Wohnung.

  • OGH 5 Ob 137/24v

    Der Klimawandel ersetzt nicht den Beweis der Verkehrsüblichkeit. Unterschiedliche Regeln für Miete und Eigentum sind verfassungskonform.

  • OGH 5 Ob 74/25f

    Innen 25 bis über 28 °C bei vorhandenen Jalousien und Markisen: nicht verkehrsüblich, Komfort ist kein wichtiges Interesse.

Reihenfolge für Eigentümer
  1. 1Standort mit möglichst wenig Eingriff wählen: Hof, Dach oder Loggia statt Straßenfassade, Abstand zu fremden Schlafzimmerfenstern, keine Ecke.
  2. 2Schutzzone und Denkmalschutz prüfen, Schall nach dem Leitfaden der MA 37 rechnen.
  3. 3Bei der Hausverwaltung die Eigentümerliste anfordern und den Wohnungseigentumsvertrag auf Vorabzustimmungen prüfen.
  4. 4Zustimmungspaket an alle Eigentümer: Fotomontage, Datenblatt, Schallberechnung, Fachbetrieb, Kostenübernahme. Zustimmungen einzeln und schriftlich einholen.
  5. 5Fehlen Zustimmungen: Antrag beim Bezirksgericht, mit Temperaturmessungen über mehrere Wochen und Begründung des Standorts. Der Ausgang ist offen.
  6. 6Erst mit allen Zustimmungen oder rechtskräftigem Beschluss montieren und, falls nötig, einreichen.
Reform angekündigt

Der Ministerrat hat am 5. August 2026 angekündigt, die Hürden im Wohnungseigentums- und Mietrecht für Hitzeschutz abzubauen. Ein Gesetzesentwurf lag zum Stand dieser Seite nicht vor. Wer nicht dringend kühlen muss, sollte die Novelle verfolgen. Mr Cooling liefert die technischen Unterlagen für Hausverwaltung, Eigentümer und Gericht. Die rechtliche Beratung und Vertretung übernimmt ein Anwalt.

Schall

Schall nach dem Leitfaden der MA 37

WidmungTagAbendNacht
Wohngebiet in Vororten403530
Städtisches Wohngebiet454035
Kerngebiet504540

Werte in dB(A) an der Nachbargrenze, abgeleitet aus dem Leitfaden Schallschutz haustechnischer Anlagen der MA 37 (Stand 23.02.2024): Planungsrichtwert der ÖNORM S 5021 minus 10 dB. Je nach Lage zieht der Leitfaden davon noch einen Abschlag ab, die Werte sind also Höchstwerte. Läuft das Gerät zwischen 22 und 6 Uhr nicht, entfällt der Nachweis für die Nacht.

Was das für den Aufstellort heißt

Der Leitfaden rechnet mit Schallleistung, Abstand zur Nachbargrenze und einem Zuschlag von 3 dB für eine Wand und 6 dB für eine Ecke im Umkreis von 3 Metern. Ist die Unbedenklichkeit damit bestätigt, braucht es schalltechnisch keine Bewilligung nach § 61 BO. Der Ergebnisbogen wird nicht eingereicht und schafft keinen Bestandsschutz. Für geschlossene Innenhöfe legt der Leitfaden keinen Wert fest und verweist auf einen Sachverständigen. Lärm gegenüber Mitbewohnern im selben Haus behandelt die MA 37 in der Regel als Privatsache, das regeln Wohnungseigentums- und Mietrecht.

So wird gerechnet
Selbst rechnen

Reicht der Abstand bei Ihnen?

Schallleistung aus dem Datenblatt, Abstand und Aufstellung eintragen. Liegt der Nachtwert knapp, rechnen wir es auf Ihrem Lageplan nach.

Aufstellung
Konsole an der Fassade oder Gerät direkt vor einer Wand. Jede zusätzliche Wand wirft Schall zurück, das kostet rund 3 dB.
Schalldruckpegel am Immissionspunkt
Volllast (Tag)37,5dB(A)
Nachtmodus32,5dB(A)
  • 30 dB(A), Nacht im reinen Wohngebiet: knapp darüber
  • 35 dB(A), Nacht im allgemeinen Wohngebiet: eingehalten
  • 40 dB(A), Nacht im Kern- oder Mischgebiet: eingehalten

Vereinfachte Freifeldrechnung ohne Abschirmung, Luftdämpfung und Zuschläge für Tonhaltigkeit. Ersetzt keinen Schallnachweis für die Behörde. Welcher Grenzwert bei Ihnen gilt, hängt von Bundesland, Widmung und Ortsüblichkeit ab.

Planung

Worauf wir in Wien achten

Erst Schutzzone und Fassade klären

Ob das Haus in einer Schutzzone liegt, zeigt der Kulturgüterkataster. Liegt es dort oder soll das Gerät an die Straßenseite, planen wir das Verfahren gleich mit, statt später einen Beseitigungsauftrag zu riskieren.

Hof statt Straße, Dach statt Balkon

Hofseitig, nicht einsehbar, mit Abstand zu fremden Fenstern: das ist in Wien der Weg ohne Verfahren. Auf Flachdächern ist der Abstand zu Fenstern meist am größten.

Gemeindebau

Seit 20. Mai 2026 erlaubt Wiener Wohnen Split-Klimageräte auch ohne medizinische Begründung. Voraussetzung ist eine Genehmigung vor der Montage, ein konzessionierter Fachbetrieb und die Einhaltung von Vorgaben zu Lärm, Kältemittel, Brandschutz und Anbringung. Die Kosten trägt der Mieter.

Mehrparteienhaus

Die meisten Wiener Projekte betreffen Wohnungen in Mehrparteienhäusern. Dort entscheidet in der Regel nicht die Baupolizei, sondern die Hausgemeinschaft. Was im Wohnungseigentum und in der Miete gilt, steht im eigenen Abschnitt weiter oben.

Nachbarn, Miteigentümer, Vermieter im Überblick

Schallnachweis in Wien

Lageplan, Datenblatt, Pegelberechnung zur Grundgrenze und die fix programmierte Nachtabsenkung. Als Grundlage für Gemeinde und Hausverwaltung.

Mr Cooling

Erst rechnen, dann bestellen

Für Wärmepumpen und Klimaanlagen, die wir planen, rechnen wir den Pegel an der Grundgrenze und an fremden Fenstern, bevor das Gerät bestellt wird. Passt es nicht, suchen wir einen anderen Platz oder ein leiseres Gerät.

  • Schallberechnung auf Ihrem Lageplan
  • Unterlagen für Gemeinde, Hausverwaltung und Miteigentümer
  • Nachtabsenkung fix programmiert und protokolliert
  • Montage mit Bodenkonsole und Schwingungsdämpfern

Telefon +43 3453 40981, E-Mail office@mr-cooling.at

Schallnachweis anfragen

Sagen Sie uns, welches Gerät wo stehen soll. Wir rechnen, ob es beim Nachbarn passt, und was es sonst braucht.

Antwort am selben Werktag Kostenlos und unverbindlich Keine Weitergabe an Dritte

Häufige Fragen

Schall in Wien

Brauche ich in Wien eine Genehmigung für eine Klimaanlage?

Oft nicht. Hofseitig, nicht einsehbar, mit Kältemittel unter 1,5 kg und eingehaltenem Schallschutz ist ein Klimagerät in Wien meist bewilligungsfrei. An der Straßenfassade oder in einer Schutzzone braucht es eine Bewilligung nach § 60 Wiener Bauordnung.

Welche Lautstärke ist in Wien erlaubt?

Die Bauordnung spricht vom örtlich zumutbaren Ausmaß. Der Leitfaden der MA 37 übersetzt das in Werte an der Nachbargrenze, nachts zum Beispiel höchstens 35 dB(A) im städtischen Wohngebiet und 30 dB(A) im Wohngebiet in Vororten. Für geschlossene Innenhöfe verweist er auf einen Sachverständigen.

Brauche ich in einer Eigentumswohnung in Wien die Zustimmung der anderen Eigentümer?

Ja, sobald das Gerät allgemeine Teile wie Fassade, Dach, Dachboden oder Lichthof nutzt. Nach § 16 Abs 2 WEG müssen alle anderen Wohnungseigentümer zustimmen, Schweigen gilt bei Klimageräten nicht als Zustimmung. Fehlt eine Zustimmung, kann das Bezirksgericht sie ersetzen, wenn das Gerät verkehrsüblich ist oder einem wichtigen Interesse dient. Der OGH legt das eng aus.

Darf ich im Wiener Gemeindebau ein Klimagerät montieren?

Seit 20. Mai 2026 ja, auch ohne medizinische Begründung, wenn Wiener Wohnen vor der Montage zustimmt und ein konzessionierter Fachbetrieb montiert. Wiener Wohnen gibt dafür Vorgaben zu Lärm, Kältemittel, Brandschutz und Anbringung vor.

Kann die Behörde ein Klimagerät nach Jahren entfernen lassen?

Ja. In einem Fall mit fünf straßenseitigen Klimageräten hielt der Beseitigungsauftrag, weil weder Bewilligung noch Bauanzeige vorlagen. Der Verwaltungsgerichtshof hat die Revision 2025 zurückgewiesen. Jahrelange Duldung ersetzt keine Bewilligung.

Nächster Schritt

Wärmepumpe oder Klimaanlage in Wien geplant?

Schicken Sie uns Lageplan oder Foto vom geplanten Platz. Wir sagen Ihnen, ob es rechnerisch beim Nachbarn passt.

  • Antwort am selben Werktag
  • Kostenlos und unverbindlich
  • Über 45 Jahre Erfahrung im Team
  • Eigenes Montageteam

Rückruf in 2 Minuten

Nummer eintragen, wir rufen zurück. Kostenlos, unverbindlich, ohne Verkaufsgespräch.

Antwort am selben Werktag Kostenlos und unverbindlich Keine Weitergabe an Dritte

Störung? Rund um die Uhr erreichbar
AnrufenAngebot anfragen