Ja, aber nicht überall und nicht ohne Rechnung. Worauf es wirklich ankommt: nicht auf das Baujahr, sondern auf die Vorlauftemperatur.
„Wärmepumpe geht nur mit Fußbodenheizung.“ Dieser Satz ist der hartnäckigste Irrtum im Heizungsgeschäft – und er hat einen wahren Kern, der aber falsch verallgemeinert wird.
Worauf es tatsächlich ankommt
Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Temperatur ist, mit der sie das Heizwasser liefern muss. Diese Zahl heißt Vorlauftemperatur. Eine Fußbodenheizung kommt mit 30 bis 35 Grad aus, ein alter Gliederheizkörper wurde oft auf 70 Grad ausgelegt.
Entscheidend ist aber nicht, worauf die Anlage einmal ausgelegt wurde, sondern womit sie heute tatsächlich läuft. Und da liegt die Überraschung: In sehr vielen Altbauten wurde inzwischen die Fassade gedämmt, die Fenster getauscht oder das Dach saniert. Die Heizkörper sind damit für den heutigen Bedarf schlicht zu groß – und genau das ist ein Vorteil.
Der Test, der zehn Minuten dauert
Drehen Sie an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur schrittweise herunter, bis es in den Räumen gerade noch angenehm ist. Bleiben Sie bei 50 bis 55 Grad und es wird warm, ist eine Wärmepumpe wirtschaftlich darstellbar. Brauchen Sie 65 Grad und mehr, wird es teuer im Betrieb.
- Bis 45 Grad: unkritisch, funktioniert gut
- 45 bis 55 Grad: funktioniert, einzelne Heizkörper tauschen bringt viel
- Über 60 Grad: erst dämmen oder Heizflächen vergrößern, dann Wärmepumpe
Die günstigste Maßnahme ist selten die Wärmepumpe selbst
Oft reicht es, in zwei oder drei Räumen die Heizkörper gegen größere oder gegen Gebläsekonvektoren zu tauschen. Das kostet einen Bruchteil einer Dämmung und senkt die nötige Vorlauftemperatur um zehn Grad und mehr.
Was wir nicht machen
Wir bauen keine Wärmepumpe in ein Haus, in dem sie rechnerisch nicht funktioniert. Eine Anlage, die im Winter dauernd über den Heizstab läuft, macht niemanden glücklich – Sie nicht, weil die Stromrechnung explodiert, und uns nicht, weil wir sie dann jahrelang erklären müssen.
Kurz erklärt, statt lang gelesen
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Wir schauen uns Ihren Fall an und sagen ehrlich, was sinnvoll ist – auch wenn das am Ende die kleinere Lösung bedeutet.
